Pressemitteilung
Ein hoher Anteil an Wald und Wiesenflächen und weniger Flächenversiegelung kann die Wasserversorgung Bayerns auch in Zukunt sicherstellen
„Nur wenn wir wieder lernen, Wasser vor Ort zurückzuhalten und versickern zu lassen, werden wir auch in Zukunft ausreichend Wasser in guter Qualität zur Verfügung haben“, so der ÖDP-Landesvorsitzende und Gewässerökologe Tobias Ruff am 29.01.26 bei seinem Vortrag im „Akropolis“ in Ebersberg.
Der ÖDP-Landesvorsitzende, ÖDP-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat München und Gewässerokologe Tobias Ruff aus München
Gerade die Region zwischen Alpen und Donau ist grundsätzlich eine Region mit konstanten Niederschlagsmengen und einer guten Grundwasserbildung, so dass hier Hitzeperioden normalerweise nicht zu akutem Wassermangel führen. Dieses hat dazu geführt, dass die Menschen sowohl in der Landwirtschaft, als auch beim Städtebau mit der Anlage von Gräben vor allem versucht haben bei Starkregenfällen, das Wasser schnell los zu werden, um Überschwemmungen zu vermeiden.
Wasserknappheit trotz eigentlichen Wasserreichtums
Die Prognosen, so Ruff, versprechen, dass die absoluten Regenmengen trotz Klimaerwärmung auch in den nächsten Jahren stabil bleiben werden. Soweit die gute Nachricht. Tatsache aber ist, dass Starkregenereignisse deutlich zunehmen werden. Das heißt, dass der Regen intensiver wird und in größeren Abständen fallen wird.
„Nur wenn wir wieder lernen, Wasser vor Ort zurückzuhalten und versickern zu lassen, werden wir auch in Zukunft ausreichend Wasser in guter Qualität zur Verfügung haben“. Die Großstadt München ist dagegen die am stärksten versiegelte Großstadt Deutschlands und damit längst noch nicht fit für die Zukunft!
Die Kanalsysteme in den Städten können bei Starkregenereignissen die großen Wassermengen nicht aufnehmen. Deshalb wird in solchen Fällen dieses Wasser ungereinigt an den Kläranlagen vorbei direkt in die Flüsse eingeleitet. Dies führt beispielsweise zu einem hohen Eintrag von Microplastik und anderer Verschmutzungen in unsere Flüsse zum Nachteil von Flora und Fauna.
Die einst permanente Verfügbarkeit von Wasser trug wesentlich zum Wohlstand bei. Auch im eigentlich wasserreichen Bundesland Bayern mit seinen vielen Seen, Flüssen und Bächen droht deshalb Wasserknappheit. Der Mensch habe zu lange gegen das Wasser angearbeitet mit dem Ziel, Wasser loszuwerden, mahnt Ruff. Sein Befund: Das Land wurde zu stark umgestaltet, Moore entwässert, Flüsse begradigt und Flächen versiegelt. Auch der immer schnellere Oberflächenabfluss reduziert die Grundwasserneubildung. Durch die Klimakrise gibt es zudem unregelmäßigere Niederschläge und Dürre.
Versickern statt Ableiten
„Wenn das Wasser immer ungleichmäßiger kommt, muss es zurückgehalten werden“, erklärte der Referent. Bodenschutz habe deshalb oberste Priorität. Das bedeute: keine weitere Flächenversiegelung. Stattdessen: Renaturierung von Mooren, Humusaufbau in der Landwirtschaft und die Abkehr von besonders schweren Landmaschinen.
Wälder und Wiesen sind gut geeignet, Wasser vor dem schnellen ablaufen in die Flüsse zu bewahren und das Wasser vor Ort versickern zulassen. Ackerflächen schneiden hier deutlich schlechter ab, aber die durch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ eingeführten verpflichtenden Uferrandstreifen kann auch hier der Abluss deutlich begrenzt werden.
Ruff plädierte für „Versickern statt Ableiten“, für die Renaturierung von Flüssen, für einen dezentralen Rückhalt in der Fläche und für konsequentes Wassersparen. Zudem müsse die vielfältige Verschmutzung gestoppt werden: „Verunreinigtes Oberflächenwasser von heute ist das verunreinigte Grundwasser der Zukunft“.
Abschließend verwies er zusammen mit den beiden ÖDP-Kreistagsspitzenkandidaten Dr. Renate Glaser und Martin Bockler auf die derzeit laufenden Petitionen der ÖDP, sowohl den Trinkwasserschutz, als auch die Verringerung der Flächenversiegelung als Staatsziele in die bayerische Verfassung aufzunehmen. Beides wäre ein erster Schritt, die Versorgung Bayerns mit Wasser langfristig nachhaltig sicherzustellen.
Die beiden ÖDP-Spitzenkandidaten für den Kreistag Ebersberg Dr. Renate Glaser aus Glonn (im Vordergrund) und Martin Bockler stellten sich kurz vor und machten mit Tobias Ruff Werbung für die ÖDP-Petitionen "Trinkwasserschutz" und "Begrenzung der Flächenversiegelung" als Staatsziel in die Verfassung aufzunehmen

