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Ökologische Aufwertung von Straßenbegleitflächen und Anschaffung entsprechender Mäh- und Erntetechnik

Antrag Ausschussgemeinschaft ÖDP - DIE LINKE

 

Zur Behandlung in der nächsten Sitzung des ULV-Ausschusses stellen wir folgenden Antrag:

1. Der ULV möge die ökologische Aufwertung von Straßenbegleitflächen durch sachgerechtes Management von Schnittzeitpunkt und Mähtechnik beschließen.

2. Der ULV möge die Anschaffung eines Balkendoppelschneidwerks und einer Kreiselharke als Anbaugerät für bereits vorhandene Fahrzeuge für das Straßenbauamt beschließen. Begründung Straßenbegleitflächen trägen dazu bei, bei richtiger Anlage und Pflege, einen wichtigen Beitrag zur Wiedervernetzung isolierter Lebensräume (sehr wichtig gegen das Insektensterben!) sowie zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt zu leisten. Und Straßenbegleitflächen können schön sein!

1. Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung

Das bayrische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat einen Leitfaden „Ökologische Aufwertung von Straßenbegleitflächen“ herausgegeben. Darin wird die ökologisch fachgerechte Bewirtschaftung beschrieben. Unmittelbar neben der Straße befindet sich das Bankett. Dies wird kurzgehalten (Sicht, Wasserabfluss) und darum wie bisher 2 bis 3 mal jährlich mit dem Mulcher bearbeitet (schnell laufende Welle, an der massive Schlegel befestigt sind, die das Grüngut abschlagen und zerkleinern). Die Straßenseitengräben müssen regelmäßig gepflegt werden, um den Wasserabfluss zu gewährleisten. Die Straßengräben haben einen hohen ökologischen Wert (Winterquartier und hohes Nahrungsangebot für viele Insekten- und Amphiebienarten, hohe Artenvielfalt). Grabenpflege sollte von September bis Oktober stattfinden, da die Insektenentwicklung abgeschlossen ist, die Pflanzen abgesamt haben und die Amphibien- und Insektenruhezeit noch nicht begonnen hat.

Die Extensivbereiche neben den Gräben, die einen Großteil des Straßenbegleitgrüns ausmachen (Böschungen, Grünstreifen etc.), sind besonders wertvoll. Sie sind häufig die einzigen extensiv genutzten Flächen in einer Region und bieten blütensuchenden Insekten wie Schmetterlingen, Wildbienen und Hummeln sowie verschiedenen Fliegen- und Käferarten Lebensraum. Dies wiederum zieht insektenfressende Tiere, besonders auch Vögel, an.

Der Extensivbereiche sollen im jährlichen Wechsel gemäht werden. Die Hälfte der Fläche bleibt so ein Jahr unberührt als Rückzugsbereich für Pflanzen und Tiere. Die Maht erfolgt im Herbst oder auch erst im kommenden Frühjahr. Das Mähgut wird abgefahren.

2. Mäh- und Erntetechnik

Die Mähtechnik hat einen großen Einfluss auf die Pflanzen- und Tierwelt. Beim Mulchen ohne Abräumen verrottet das Mähgut und erhöht die Nährstoffverfügbarkeit am Standort. Konkurrenzschwache Arten, die besonders wertvoll und schön sind, werden verdrängt. Artenreichtum schwindet. Beim Einsatz des Mulchers und auch durch Kreiselmäher (schnell rotierende Teller mit Schneidklingen) werden Tiere und Insekten in großer Anzahl verletzt und getötet. Besonders Saugmäher verursachen hohe Verluste, da noch überlebende Tiere und Pflanzensamen abgesaugt werden. Am tier- und pflanzenfreundlichsten sind schneidende Geräte wie der Balkenmäher (2 gegenläufige Messerbalken schneiden das Grüngut). Das Grüngut soll dann mindestens einen Tag liegen bleiben, damit sich die Insekten zurückziehen können. Die Mähhöhe soll maximal 8 cm betragen, so werden bodennah lebende Tiere geschont. Mit der Kreiselharke kann das Grüngut an den Straßenrand gebracht und dort aufgenommen werden. Niemand muss sich plagen!

Balkenmähaufsatz und Kreiselharke können am Grabenrand und an Böschungen (Extensivbereich) eingesetzt werden. Die Bevölkerung ist darüber zu informieren, warum die Flächen teilweise nicht jährlich bearbeitet werden und entsprechend der verbreiteten Auffassung von „Ordnung und Pflege“ besonders im Herbst nicht schön aussehen. Die neue Schönheit ist die Naturbelassenheit“.